Peter Lehmann
Der moderne Elektroschock. Wirkungsweise, Risiken, Schäden und Alternativen

Cover Kartoniert, ca. 100 Seiten, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-925931-82-6. Berlin / Lancaster: Peter Lehmann Publishing. In Vorbereitung. Ca. € 16.90. Lieferbar im Lauf von 2022/23 · Vormerkbutton

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Verlagsinfo

Das Buch »Der moderne Elektroschock« liefert verständliche und wissenschaftlich belegte Informationen über die aktuellen Varianten des Elektroschocks, seine Risiken, Schäden und Alternativen.

Psychiater verabreichen in zunehmendem Umfang Elektroschocks, auch zwangsweise, und besonders gerne an Frauen und ältere Menschen. Mit Serien künstlich ausgelöster epileptischer Anfälle sollen psychische Probleme gelindert oder gelöst werden.

In ihrer Aufklärung bagatellisieren Behandler die Risiken und Schäden, allen voran bleibende Gedächtnisschäden und Einbußen von Denkleistungen. Alle Betroffenen, Angehörigen und Mitglieder der Risikogruppen sollten sich ausgewogen über die Wirkungsweise dieses extrem umstrittenen Verfahrens informieren.

Inhaltsverzeichnis

Der Elektroschock und sein Zweck .....

  • Wirkungsweise .....

  • Moderne Technik und Modifikation .....

  • Indikationen .....

  • Weitere Faktoren für die Verabreichung .....

  • Ansprechrate .....

  • Kontraindikationen .....

Unerwünschte Wirkungen des Elektroschocks .....

  • Kognitive Störungen und Gedächtnisverlust .....

  • Weitere neurologische Störungen .....

  • Verwirrtheit, Delir und Suizidalität .....

  • Herz- und Kreislaufstörungen .....

  • Weitere Organstörungen .....

  • Schwangerschaftsschäden .....

  • Probleme beim Beenden von Elektroschockserien .....

  • Lebensgefährliche Schäden .....

Aufklärung, Diskussionen und Kritik .....

  • Aufklärung über Risiken und Alternativen .....

  • Diskussionen pro und contra .....

  • Elektroschock und Psychosoziale Patientenverfügung .....

Fazit .....

Anmerkungen .....

Quellen .....

Einleitung

Wer denkt, der Elektroschock gehöre in die graue Zeit der Psychiatrievergangenheit, hat sich getäuscht. Psychiaterverbände in Deutschland, Südtirol (Italien), Österreich und der Schweiz riefen 2012 dazu auf, flächendeckend Elektroschockapparate anzuschaffen und konsequent, vorbeugend und kontinuierlich Elektroschocks zu verabreichen. Laut einer Statistik im Stern im März 2019 wurden 2016 in Deutschland 5700 Menschen Elektroschocks verabreicht, siebenmal mehr als vor 40 Jahren. In der Schweiz verzehnfachte sich die Elektroschockrate von 2007 bis 2010. Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass sich die Situation in Österreich anders gestaltet.

Im deutschsprachigen Raum werden derzeit die Elektroschockapparate Thymatron® und spECTrum™ eingesetzt. Produziert werden sie von den US-amerikanischen Firmen Somatics LLC bzw. Mecta Corporation. Sie sind mit einem modernen Design einschließlich LCD/Touchscreen ausgestattet und computergesteuert. Die Wirkungsweise des Elektroschocks – die Auslösung eines großen epileptischen Anfalls – ist allerdings unverändert.

Heutige Anwender des Elektroschocks bevorzugen durchweg moderne Begriffe wie »Elektrokrampftherapie (EKT)«, »elektrische Durchflutungstherapie«, »Elektrokonvulsionstherapie«, »Elektrostimulation« oder »Schlaftherapie«. Hersteller und Vertriebsfirmen benutzen in ihren Produktbeschreibungen und Gebrauchsanleitungen nach wie vor auch den eingeführten und allgemein bekannten Begriff »Elektroschock«.

Mit der »Stimulation«, das heißt dem Elektroschock, lösen Psychiater die beabsichtigten epileptischen Anfälle aus, vorwiegend bei Menschen mit sogenannten behandlungsresistenten Depressionen und Psychosen, bei Frauen und älteren Menschen. Mit den in Serien ausgelösten Hirnkrämpfen sollen ernsthafte psychische Probleme gelindert oder gelöst werden.

In ihren an Psychiater gerichteten Produktbeschreibungen sprechen Hersteller von »verheerenden kognitiven Folgen«. Mit »kognitiv« meint man Funktionen, die mit Wahrnehmung, Denken, Wissen und Lernen verbunden sind. Aufmerksamkeit, Erinnerung, Kreativität, Planen, Orientierung, Vorstellungskraft und Wille zählen ebenfalls zu den kognitiven Fähigkeiten. Auf diese erheblichen Risiken weisen Psychiater vor der Verabreichung von Elektroschocks nicht hin.

Über den Autor

Foto von Peter LehmannPeter Lehmann. Jg. 1950, Dr. phil. h.c., Dipl.-Pädagoge, heute selbstständiger Autor und Verleger in Berlin. Partner des International Institute for Withdrawal of Psychiatric Drugs (Internationales Institut zum Absetzen von Psychopharmaka). Mitbegründer und bis 2010 langjähriges Vorstandsmitglied des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen (ENUSP). 2010 Verleihung der Ehrendoktorwürde in Anerkennung des »außerordentlichen wissenschaftlichen und humanitären Beitrags für die Durchsetzung der Rechte Psychiatriebetroffener« durch die Aristoteles-Universität Thessaloniki. 2011 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Weitere Buchpublikationen: Withdrawal from Prescribed Psychotropic Drugs (2021, hg. gemeinsam mit Craig Newnes); Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika – Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung und Alternativen. Mit einem Exkurs zur Wiederkehr des Elektroschocks (2017, gemeinsam mit Volkmar Aderhold, Marc Rufer und Josef Zehentbauer; eBook 2022); Statt Psychiatrie 2 (2007, hg. gemeinsam mit Peter Stastny, eBook 2021); Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Ritalin und Tranquilizern" (1998; 5. Aufl. 2019, eBook 2022); Schöne neue Psychiatrie – Band 1: Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken, Band 2: Wie Psychopharmaka den Körper verändern (1996; eBook 2018); Der chemische Knebel – Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen (1986; 6. Aufl. 2010) u.v.m. Mehr über Peter Lehmann